Altöl steckt voller Energie und voller Stoffwert. Beides macht es für die Industrie interessant, aber nicht beides ist gleich sinnvoll. Eine Einordnung.

Zwei Wege, ein Stoff

Stofflich: In der Reraffination wird Altöl zu neuem Basisöl. Der Stoff bleibt im Kreislauf und kann wieder als Schmierstoff arbeiten, mit rund 60 % weniger CO₂ als Basisöl aus Rohöl (Quelle: Umweltbundesamt).

Energetisch: Als Ersatzbrennstoff liefert Altöl Prozesswärme, etwa in der Zementindustrie. Der Heizwert ist beachtlich, aber die Nutzung ist einmalig: Verbranntes Öl kommt nicht zurück.

Warum die Reihenfolge feststeht

Das Abfallrecht gibt der Aufbereitung den Vorrang, und die Bilanz gibt ihm recht: 2024 erreichte Deutschland eine Recyclingquote von 91 %, gut 228.500 Tonnen gingen in die Reraffination (Quelle: Bundesverband Altöl). Die energetische Nutzung bleibt sinnvoll für Fraktionen, deren Qualität für die Aufbereitung nicht reicht, etwa stark vermischte Öle.

Die eigentliche Weiche liegt im Betrieb

Ob ein Liter Altöl den hochwertigen Weg gehen kann, entscheidet sich bei der Sammlung: Sortenreines Öl der Kategorie 1 wird Rohstoff, vermischtes bestenfalls Brennstoff. Wer trennt, hält also buchstäblich die Wertschöpfung in der Hand. Der Rest ist Routine: Abholung bundesweit, mit Sofortpreis und Übernahmenachweis.