Ums Altölrecycling ranken sich hartnäckige Missverständnisse. Ein Faktencheck der fünf häufigsten.

Mythos 1: „Altöl ist wertloser Abfall.”

Das Gegenteil stimmt. Altöl der Sammelkategorie 1 ist Rohstoff: 2024 gingen in Deutschland gut 228.500 Tonnen davon in die Reraffination und wurden zu neuem Basisöl (Quelle: Bundesverband Altöl, Bilanz 2024).

Mythos 2: „Alle Altöle können zusammen ins selbe Fass.”

Nein. Motoröl, Getriebeöl und Hydrauliköl der Kategorie 1 vertragen sich; Bremsflüssigkeit, Frostschutz oder Lösemittel dagegen machen die ganze Charge unbrauchbar für die Aufbereitung. Die Annahmekriterien zeigen die Grenzen.

Mythos 3: „Verbrennen ist auch Recycling.”

Energetische Verwertung nutzt nur den Heizwert, der Stoff ist danach weg. Reraffination hält das Öl im Kreislauf und spart gegenüber Rohöl rund 60 % CO₂ (Quelle: Umweltbundesamt). Deshalb gilt rechtlich der Vorrang der Aufbereitung.

Mythos 4: „Ein bisschen Altöl schadet nicht.”

Ein einziger Liter kann bis zu 1.000.000 Liter Trinkwasser unbrauchbar machen (Quelle: Bundesumweltministerium). Es gibt keine harmlose Menge.

Mythos 5: „Die Abgabe ist kompliziert.”

Menge in den Rechner eingeben, Sofortpreis sehen, Wunschtermin wählen, Abholung in sieben bis zehn Werktagen, Übernahmenachweis bei der Übergabe. Komplizierter wird es nur, wenn vorher gemischt wurde.