Altöl ist keine einheitliche Substanz, sondern ein Gemisch, dessen Zusammensetzung über den Entsorgungsweg entscheidet. Motoröl, Getriebeöl, Hydrauliköl: Sie alle bestehen aus denselben Grundbausteinen, aber in unterschiedlichem Zustand.

Die drei Bestandteile

Basisöl bildet den Hauptanteil, mineralisch oder synthetisch. Es ist der Teil, der beim Recycling zurückgewonnen wird. Additive verbessern die Leistung des frischen Öls: Antioxidantien, Viskositätsverbesserer, Detergentien. Im Altöl sind sie weitgehend verbraucht. Verunreinigungen kommen im Gebrauch dazu: Metallabrieb, Ruß, Verbrennungsrückstände, manchmal Wasser.

Warum die Zusammensetzung den Preis der Verwertung bestimmt

Für die Aufbereitung zählt, wie sauber das Altöl ist. Sortenreines Öl der Sammelkategorie 1 lässt sich zu neuem Basisöl raffinieren; von den rund 516.400 Tonnen Altöl, die 2024 in Deutschland anfielen, gingen gut 228.500 Tonnen dieser Kategorie in die Reraffination (Quelle: Bundesverband Altöl, Bilanz 2024). Vermischtes oder stark verunreinigtes Öl fällt aus dieser Schiene heraus und muss aufwendiger behandelt werden.

Die Regel für Betriebe ist deshalb einfach: nichts zumischen. Kein Lösemittel, keine Bremsflüssigkeit, kein Kraftstoff. Die Annahmekriterien zeigen, welche Grenzwerte für die einzelnen Sammelkategorien gelten.

Vom Gemisch zurück zum Rohstoff

In der Reraffination wird das Altöl entwässert, destilliert und von Additiven wie Verunreinigungen getrennt. Übrig bleibt Basisöl, das neuen Schmierstoffen als Grundlage dient, mit rund 60 % weniger CO₂ als bei der Herstellung aus Rohöl (Quelle: Umweltbundesamt). Den Anfang macht die getrennte Sammlung im Betrieb, den Rest organisiert die DEG bundesweit: Preis berechnen und Abholung buchen.