Abfalltrennung klingt nach Mülltonnen-Farbenlehre, entscheidet im Betrieb aber über Kosten, Rechtssicherheit und Verwertungswege. Der Praxisleitfaden für 2026.
Warum Trennung so viel wert ist
Gemischte gefährliche Abfälle sind das Teuerste, was ein Betrieb produzieren kann: Sie fallen aus den Verwertungsschienen und müssen aufwendig behandelt werden. Sortenreines Altöl der Kategorie 1 dagegen ist Rohstoff für die Reraffination, mit belegtem Klimavorteil von rund 60 % CO₂-Ersparnis gegenüber Rohöl (Quelle: Umweltbundesamt).
Die Ströme, die getrennt gehören
- Altöl (Motor-, Getriebe-, Hydrauliköl): das Kerngeschäft, Abholung mit Sofortpreis
- Emulsionen aus der Metallbearbeitung: eigener Strom, eigene Aufbereitung
- Bremsflüssigkeit: nie ins Altöl, sie ruiniert die Charge
- Kühlerfrostschutz: eigener Weg, glykolbasiert
- Flammpunktware: Lösemittel und Benzine, brandgefährlich
- Ölfilter und ölhaltige Betriebsmittel: fest, aber ölbehaftet
- Dazu Altreifen und ausgemusterte Datenträger
So sieht ein guter Sammelplatz aus
Je Strom ein beschriftetes Gebinde, dichte Behälter auf Rückhalt, ein Zuständiger, ein Aushang mit den Regeln. Mehr braucht es nicht, wenn die Abholung im festen Rhythmus läuft und alle Ströme über denselben Ansprechpartner gemeldet sind: eine Anfrage, ein Zuständiger, je Übergabe ein Nachweis.
